Rauhnachtzauber

Ich habe das große Glück, selbständig zu arbeiten und zwar so, dass ich mich dem Lauf der Jahreszeiten anpassen kann. Im Frühling, Sommer und Herbst fordern Seminare, Coachings, Besucher und natürlich der Gemüsegarten, die Obstwiese und die vielen Streifzüge, um die Heilschätze der Natur zu bergen, ihr Recht. Aber jetzt, im Winter, besonders seit es zur Wintersonnwende angefangen hat zu schneien, igel ich mich ein. Der Kachelofen verströmt diese besondere, menschen- und tierfreundliche Wärme. Überall liegen kleine schnurrende Fellbündel rum und die vielen Kerzen halten mit ihrem weichen Schein alles Raue dieser Rauhnächte draußen. Duftende Kräuter und Öle parfümieren die Luft mit Wohlbehagen. Die klaren Töne von “Aquabella”, einem frühen Weihnachtsgeschenk meines besten Freundes, malen goldene Kringel vor mein inneres Auge - da flutscht das neue Buchprojekt viel besser … Ich bin in Feierlaune, weil ich so dankbar bin -  und so froh, über das Licht, das immer und immer wiedergeboren wird. Ich kann es in mir bizzeln spüren, glimmen und kitzeln. Das verlangt nach adäquatem Getränk. Ein Glas ungarischer Sekt … wie blöd, er hat Zimmertemperatur … Der rettende Einfall: Bei der Weinlese habe ich in meiner Not von Was-soll ich-mit diesen-vielen-Trauben-denn-noch-anfangen, den Saft der roten Isabellatraube als Eiswürfel eingefroren. Und nicht etwa langweilige viereckige. Nein, ich habe 4 Liter eiskalt in Stern-, Herz- und Pfeilform gegossen. Und davon kommen jetzt zwei in mein Glas. Gloria - Victoria! Ein fantastisches Getränk ist geboren - hätte das Zeug zum Kult … aber Isabellatraube muss es sein. Ich trinke auf die “staade Zeit”, wie wir in Bayern sagen, die sich mir so fest- und feierlich präsentiert. Danke!

Veröffentlicht in: on Donnerstag, 27. Dezember 2007 at 22:04
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