Weihnachten in der ungarischen Schneekugel

00009.jpg Unser Weihnachten läuten wir immer mit dem „Wild-Weihnachtsbaum“ ein. Wir – das sind mein Mann, unsere zwei Rabauken-Hundejungs Rico & Johnny, das zierliche Hundemädchen Sophie … und ich – machen uns mit Rüben, Kartoffeln, Nüssen, Kastanien und Meisenknödeln im Rucksack auf den Weg zu unserer speziellen Weihnachtslichtung Richtung Adorjaner Weinberge. Die Hunde jagen ausgelassen über die Hügel und spielen Schneenasebuddeln und Fasane erschrecken. Seit Johnny mal einen erwischt hat, den ich ihn ihm aus dem Maul genommen und wieder ins Gras gesetzt habe, halten mich die Hunde zwar für verrückt, aber belassen es brav dabei, mit Riesensätzen Fasanengesellschaften aufzuscheuchen und dabei möglichst viel Radau zu machen. Seit langer Zeit ist mal wieder Weihnachten draußen weiß verzaubert. Die Hügel sind schneeige Kokosmakronen, auf denen die vielen Wildrosensträucher mit ihren leuchtend roten Hagebutten kunstvoll verzuckert sind. Mit dem Hochnebel-Gewölbe um uns herum kommt man sich vor wie im Inneren einer verträumten, unglaublich romantischen Schneekugel. Auf dem Weg ist alles voller Hirsch-Spuren und die Wildschweine haben mächtig umgegraben … Winzige Eisnadeln hängen wie gläserne Dornen an den Schlehenbüschen. Es ist zwar kalt, aber die Luft ist gar nicht scharf und klar, sondern irgendwie weich und samtig. Auf unserer Lichtung angekommen, müssen wir unsere beiden Gemüsefreaks Johnny & Sophie mit jeder Menge Hundeleckerle dafür entschädigen, dass sie die Äpfel und Karotten in Ruhe lassen, die wir rund um den Tannenbaum gelegt haben. Ich habe die Schnüre für die Meisenknödel vergessen und jetzt plagen wir uns damit ab, die Knödel an ihren Netzen über irgendwelche Aststummel zu kriegen. Rico robbt sich klammheimlich an eine Nuss ran. Er liebt Nüsse und lässt nach unserem Verweis, sich zurückzuhalten, enttäuscht die Ohren hängen. Als wir alles an und um den Baum verteilt haben, sieht es richtig festlich aus. Eigentlich müssten wir jetzt noch was singen, aber wir wollen den Tieren im Wald ja eine Freude machen und sie nicht traumatisieren …

Veröffentlicht in: on Sonntag, 23. Dezember 2007 at 10:38
Tags: , , , , , ,

Die URI zum TrackBack dieses Beitrags lautet: http://phoenixe.wordpress.com/2007/12/23/weihnachten-in-der-ungarischen-schneekugel/trackback/

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Leave a Comment

You must be logged in to post a comment.